Nachruf auf einen Anker der Phantastik
Mit Betroffenheit habe ich am Sonntagabend die Meldung gelesen, dass Torsten Low, Inhaber des Verlag Torsten Low, verstorben ist.
Als in den folgenden Tagen viele ihre Erinnerungsfotos auf Instagram und Co. gepostet haben, habe ich hier im Blog nachgeschaut, ob ich ebenfalls ein Foto von Torsten habe. Das habe ich zwar nicht gefunden, aber dafür viele kleine Erinnerungen: Wie er z. B. beim Kitty Moan Con 2016 meine Romane an seinem Stand ausgestellt hat, obwohl die bei der „Konkurrenz“ herausgekommen waren. Wie seine Familie und ich mal vor einer Con bei Fabienne Siegmund übernachtet haben und sie morgens so leise wie möglich aufgebrochen sind, um mich Langschläfer nicht zu stören. Wie sie beim Abendessen nach dem BuCon an ihrem Tisch noch Platz für mich gemacht haben.
Wir hatten privat nicht allzu viel miteinander zu tun. Aber ich habe Torsten menschlich wie in „phantastischer“ Hinsicht sehr geschätzt. Er war wie ein herzlicher Anker auf Conventions, wo sein Stand eine stete Konstante war. Zugleich war er ein Nadelöhr der Phantastik, ein Schnittpunkt, auf dem viel zusammenlief. Ohne ihn wären wohl nie die „Herbstlande“ und damit auch nicht die „Sommerlande“ zustandegekommen – und all die Erinnerungen, Bekanntschaften, Freundschaften, die damit und mit all den anderen bei ihm umgesetzten Projekten zusammenhängen. Nicht zuletzt war Torsten dabei ein professionell agierender Verleger, mit dem ich gerne zusammengearbeitet habe.
Es ist alles andere als eine Phrase, wenn ich sage, dass er fehlen wird. Er wird fehlen. Und in Gedanken wird er noch sehr lange auf jedem Con anwesend sein, da bin ich mir sicher.
Mein Beileid gilt Tina, Emily und allen Angehörigen.
(Anmerkung zum Beitragsbild: Eigentlich sollte der Beitrag gar kein Bild haben, aber da WordPress dann automatisch eines einfügt, habe ich einen Ausschnitt aus einer Illustration von Fräulein Kirsten zu „Sommerlande“ ergänzt. Ein Bild aus dem Lande August, wo alles endet und neu beginnt. Und ebenfalls etwas, was nie erschienen wäre ohne Torsten.)