Logbuch MetropolCon + EuroCon 2026

Logbuch MetropolCon + EuroCon 2026

Drei Jahre ist es her, seit mit der MetropolCon ein ambitioniertes Phantastiktreffen in Berlin an den Start ging. Damals habe ich lange gezögert teilzunehmen, hatte am Ende aber eine fantastische Zeit bei einer Veranstaltung, die ihre Weichen gekonnt gestellt hat.

Dass sie kein One-Hit-Wonder bleiben würde, war spätestens klar, als sie bekanntgegeben hat, 2026 vom 1. Bis 5. Juli zugleich die EuroCon auszurichten, das jährliche grenzüberschreitende Treffen der europäischen SF(F)-Szene. Zuletzt kam die EuroCon 2017 nach Deutschland, damals in Dortmund.

Mit der Entscheidung, diese Veranstaltung einzubinden, hat sich die MetropolCon zugleich diversifiziert und eingeengt: Einerseits gibt es keine bessere Möglichkeit, die europäischen Szenen miteinander zu vernetzen und zusammenzubringen. Andererseits bedeutet EuroCon bezogen auf den deutschsprachigen Raum, eine recht spezifische (Science-Fiction-)Bubble anzusprechen – leider, möchte ich sagen, denn das Potenzial wäre da, in diesem Zuge auch z. B. die europäischen Romantasy-Booktok-Szenen zu vereinen. Entsprechende Akteure waren durchaus vor Ort. Aber das nur am Rande.

Für mich hat die Veranstaltung als EuroCon definitiv (noch mehr) an Reiz gewonnen. Im Verlaufe meiner Aktivitäten für diverse Fanzines und Co. habe ich zwar immer mal wieder Kontakt zu Phantastikschaffenden aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland aufgenommen. Das blieb aber immer online und bisher hatte ich es zu keiner Euro– oder gar WorldCon geschafft. Trotzdem blieb es aus organisatorischen Gründen – neuer Job mit Urlaubssperre – noch sehr lange unklar, ob ich hinfahren könnte, obwohl ich sogar ein Panel eingereicht hatte. Kurzfristig hat es dann noch geklappt, dass ich wenigstens Freitag und Samstag teilnehmen konnte, und so kommt hier mein Logbuch zu meiner ersten (und hoffentlich nicht letzten) EuroCon.

Freitag

Die Anfahrt war lang, die Nacht daher kurz, der Morgen ist schwergängig. Gemeinsam mit Hannah Brosch – wir teilen uns das Hotelzimmer – komme ich erst gegen Mittag auf der MetropolCon an. Die Veranstaltung findet wie schon 2023 im Silent Green Kulturquartier im Wedding statt. Der Ort lässt sich nach wie vor sehen, mit viel Grün an der Oberfläche und ebenso viel Beton in den Untiefen. Wenn einem im Panel in den überirdischen Seminarräumen mal langweilig wird, kann man die Balkone ringsum bestaunen, manche beherbergen gefühlt ganze Wälder.

Menschen gehen einen Weg zwischen Wiesen entlang, an der Seite grün bewachsene Gebäudeteile und ein "Metropolcon"-Banner. Auf der Wiese sitzen und liegen ebenfalls Menschen. Im Hintergrund altes Krematorium mit rotem Dach
Der obligatorische Blick aufs Gelände des Silent Green Kulturquartiers

Aber erst mal muss die Langeweile warten.

Eine kurze Runde durch die Location, erstes Stand-Begucken, erste Hallos werden ausgetauscht, hui, da ist ja Rafaela Creydt und hey, da seh ich Klaudia Seibel. Dann steht die erste Qual der Wahl an, denn es finden immer mehrere Veranstaltungen gleichzeitig statt.

(1)   Italian SF und a sense of concrete wander(ing)

Zunächst geht es zu Italian SF: From a glorious past into an unknown future vorgestellt von Francesco Verso. Ein Name, um den man kaum herumkommt, wenn man sich mit europäischer Phantastik oder Solarpunk beschäftigt. Erstmals bin ich ihm 2021 beim Solarpunk-Event von Spectrum„begegnet“.

In seinem heutigen Vortrag durchstreift er in einer guten Stunde die italienische Science Fiction: Von „Der Sonnenstaat“ („La città del Sole“, 1602) über Filippo Tommaso Marinetti („the italian Jules Verne“), die Einflüsse von Magazinen wie „Urania“ (besteht seit 1952!) und „Robot“, das Überwinden des Pulp-Images, Cyberpunk-Einflüsse in den 1980er Jahren, die „Era of Hybridisation“ (1980 bis 2000), Hang zu Uchronia und connetivismo in den 2000ern bis 2010ern, und schließlich den Übergang zu einer globalisierten Science Fiction, die nicht zuletzt von Verso selbst vorangetrieben wird.

Mir ist bewusst, dass solche Überblicke immer durch spezifische Perspektiven gefärbt sind. Selbst eine verhältnismäßig kleine Szene wie die Italienische wird ihre Nischen haben. Trotzdem bin ich sehr dankbar für diesen Ritt durch die phantastische Geschichte Italiens, die mir zumindest in Sachen Science Fiction bisher nahezu unbekannt war. Ein solider Start in die MetropolCon-Erfahrung.

Da ich im Anschluss an der Mitgliederversammlung von PAN teilnehme, muss ich schweren Herzens die „Fantasy Sweets from Slovenia“ skippen. Dafür nehme ich mir im Anschluss Zeit, mir die Stände in den Beton-Untiefen näher anzuschauen. Unterhalte mich dabei mit Francesco Verso ein wenig über sense of wander und sein Future Fiction-Projekt, kaufe mir die von ihm herausgegebene „Freetaly“-Anthologie. Am Stand der finnischen Delegation liebäugle ich mit „Grenzlanden der Liebe“, belasse es aber doch bei der kostenfrei ausgegebenen „Pretty Weird“-Anthologie. Der Lesestoff geht mir erst einmal nicht aus.

(2)   Was (nicht) übertragen werden kann

Schon steht mein eigenes Panel an, in dem ich mich mit Hannah Brosch und Christina Löw Remakes, Adaptionen und Co. widme. Die ursprüngliche Idee zu diesem Panel kam letztes Jahr in einem Gespräch mit Michael Wehren auf, der 2025 mit den „Andymonaden“ den DDR-SF-Klassiker „Andymon“ mit neuem Leben füllen ließ. Ausgehend von diesem Beispiel wollten wir über (weitere) Möglichkeiten sprechen, Klassiker und Originale wiederzubeleben. Leider musste Michael seine Teilnahme an der Con wieder zurückziehen, dafür sprang dankenswerterweise Christina ein, die durch ihre Märchenadaptionen ebenfalls einiges zum Thema beitragen kann.

Über diesen Aufhänger nähern wir uns dem Thema dann auch, Hannah spricht außerdem darüber, wie sie an ein Buch herangeht, das 16 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung in ihrem Verlag „wiederbelebt“ wird. Wir denken über Remakes, Director’s Cuts, Veröffentlichungen unter freier Lizenz und deren Für und Wider in der Literatur nach, Christina und Hannah tragen zudem ihre Perspektiven als Übersetzerinnen bei. Bedenkenswert finde ich dabei die Anmerkung, das Metier sei in seinen Möglichkeiten heute eingeschränkter, da Lesende heute leichter Zugang zum Original hätten und kritischer mit Übersetzungen umgingen. Dass die Freiheiten da früher größer waren, belegen u. a. Beispiele aus dem Publikum.

Hannah Brosch, Alessandra Reß und Christina Löw (drei blonde Frauen) sitzen an einem Tisch, vor sich Wassergläser und -flaschen. Ein Beamer steht in der Mitte, hinten ein PAN-Banner.
Aufgereiht vorm Beamer: Hannah Brosch, ich und Christina Löw
(Foto von Stefan Cernohuby)

Am Ende sammeln wir Papierblätter ein, auf die das Publikum Vorschläge schreiben konnte, von welchen Werken der Phantastik es sich Neubearbeitungen wünscht, und welche es hingegen unangetastet lassen möchte. Auf der Seite des „Bitte keine Remakes!“ erscheinen Klassiker wie „Der Herr der Ringe“, „Hyperion“, „Die Unendliche Geschichte“ oder eine Erzählung von Tanith Lee.[1] Noch eine Weile denke ich über die Wahl von „Scheibenwelt“ nach. Persönlich sehe ich den Humor aus einigen der älteren Bände nicht ganz unkritisch; die Anmerkung, dass gerade Humor zu Zeitgeist-abhängig sei, um ihn zu verändern, finde ich aber nachvollziehbar.

Eine Diskussion zum Für und Wider eines Remakes entspannt sich zu „Flächenland“ von Edwin Abbott. Einhelliger die Meinung dazu, dass Neubearbeitungen von „Neuromancer“ und „Brave New World“ Potenzial hätten. Fortsetzungen zum Culture-Zyklus aus der Feder aktueller Science-Fiction-Schreibender tauchen ebenfalls als „Wünsch dir was“ auf.

(3)   Sonne und Sauerstoff(mangel)

In der Regel nehme ich gerne an Panels teil. Trotzdem bin erleichtert, wenn sie geschafft sind. Noch ein bisschen darüber grübeln, was ich alles falsch ausgesprochen habe, dann kann es leichtherziger weitergehen. Eigentlich hatte ich eine Pause eingeplant, lasse mich aber doch überreden, zur gar sonnigen A conversation about Solarpunk in literature, art and media mitzukommen. Francesco Verso zum Dritten! Dieses Mal unterstützt von Künstler Dustin Jacobus.

Solarpunk-Panels sind oft nicht gut für meine Nerven, weil sie dazu neigen, entweder das Green-Utopia-Klischee zu bedienen oder gleich die ganze Bewegung in Frage zu stellen, ohne sich über deren Größe im Klaren zu sein. Zu meiner Erleichterung weiß Verso aber durchaus, wovon er spricht und spart bei all seiner offensichtlichen Liebe zum Solarpunk nicht an berechtigter Kritik. Es fällt der Begriff „solarprank“, die callebautreske Bewachsenes-Hochhaus-Ästhetik kritisiert Verso als Greenwashing für die oberen Zehntausend. In den Mittelpunkt stellt er vielmehr jugaad, low tech, Natur-Mimikry. Auch unterscheidet er zwischen global-south- und global-north-solarpunk. Letzterer sei deutlich theoretischer, dabei zu hope-orientiert.[2] Dass dann die Werke Jacobus‘ vorgestellt werden, die eben doch wieder viele Klischees bedienen, zeigt erneut, wie schwierig es ist, einerseits Ästhetiken anzunehmen und sich andererseits nicht von ihnen dominieren zu lassen.

Inzwischen ist es Abend. Gerne würde ich bei der Dublin2029-Bid-Party vorbeischauen; generell versuche ich vergeblich herauszufinden, was es mit den Bid-Partys auf sich hat. Fürs Erste merke ich nur, dass die Schlange sehr lang und der Sauerstoff rar ist, und widme mich doch lieber dem Get-Together von PAN.

Betonrampe in die unteren Bereiche des Silent Green Kulturquartiers
Da geht’s nach unten.

Samstag

(1)   Zeitverwirrungen in Theater, Film, Hotel und Literatur

Ich starte in den Samstag, indem ich meinen Wecker zu schnell vom Snoozen erlöse und so „A musical history of Swedish Fandom“ verpasse. Well. Der Wille war da.

Es wird dann also fast wieder Mittag, bis ich mich auf dem Gelände einfinde, und auch die „Message tot he aliens“ muss ich skippen, da die Leute hier schon bis auf den Laubengang stehen. In re:publica-Marnier setze ich mich stattdessen dorthin, wo noch Platz ist und lande so zum ersten Mal in der Betonhalle, die ebenfalls wohlig an die re:publica-Bühnen erinnert. Ich sitze im Panel „Loop the loop to the Flipside: Time loops and alternate realities in LB priestley’s time plays and Nevil Shute’s novels“ von Marina Dudenhöfer. Mit dem Titel kann ich zunächst wenig anfangen, aber tatsächlich entpuppt sich das Panel als eines meiner Highlights. Gerade weil mir die vorgestellten Theaterstücke und Romane bisher nichts sagten, wecken sie mein Interesse – solche Veranstaltungen sind schließlich dafür da, Neues zu entdecken. Insbesondere Shutes „On the Beach“ (dt. „Das letzte Ufer“) klingt, als wäre es mein Fall. Im Anschluss an den Vortrag werden weitere Zeitschleifen-Beispiele aus ganz Europa (und darüber hinaus) im Publikum diskutiert.

Wenn ich schon einmal hier bin, schaue ich mir die Ausstellungen an, die sich am Rande der Betonhalle recht isoliert präsentieren.

Beim anschließenden ersten Kaffee des Tages ergibt sich endlich die Gelegenheit, ein paar RL-Worte mit Catherine Beck zu wechseln, die ich zuletzt vor zehn Jahren beim PAN-Branchentreffen in Köln gesehen hatte.

(2)   Mehr europäische Perspektiven: Luxemburg und Finnland

Dann eile ich zum Panel zu „Literatur aus Luxemburg“ und bin überrascht über die leeren Reihen hier. Viel europäischer kann es doch nicht werden! Jean Bürlesk, Luc François, Gérard Kraus, Audrey Martin und Maxime Weber geben gemeinsam Einblick in die Phantastik-Szene Luxemburgs, die durch die Mehrsprachigkeit des Landes einige Besonderheiten mit sich bringt: So veröffentlichen die Anwesenden vor allem auf Deutsch oder Englisch; Luxemburgisch – was aus zahlreichen Dialekten besteht und bisher über keine einheitliche Rechtschreibung Grammatik verfügt – nimmt für ihr Schreiben nur eine untergeordnete Rolle ein. Auch Übersetzungen ins Luxemburgische haben es offenbar schwer: Die fünf berichten über Fails, die sich z. B. in die heimischen Ausgaben von „Der Hobbit“ und „Harry Potter“ geschlichen haben, wo der Sprechende Hut dann zum Partyhut wird.

Vor allem aber geht es um die luxemburgische Phantastik-Szene, die sich seit einer Vereinsgründung 1995 und dem LuxCon ab 2014 langsam im Aufschwung befindet. Spezialisierte Verlage gebe es in Luxemburg zwar keine, doch seien die „normalen“ Verlage und Awards dafür ausgeschlossener gegenüber phantastischen Stoffen. Das Magazin Aner Welten (siehe dazu die Herbstansichten 2022) ist leider schon wieder Geschichte; eine daraus resultierende Anthologie erscheint demnächst aber bei Torsten Low.

Im Anschluss ans Panel wechsle ich ein paar Worte mit Yvonne Tunnat, die vor mir saß. Länger verquatsche ich mich draußen mit Hannah, Mary Stormhouse, Hanka Leo und meiner Literaturagentin Kristina Langenbuch. Prompt eile ich verspätet zu „Finnish Fantasy – Only Forest, Folklore, and Feminism. True Or Not?“ mit J. S. Meresmaa, Hanna Morre, Anni Kuu Nupponen und Elina Pitkäkangas. Die Anwesenden sprechen darüber, dass es „a political thing“ sei, auf Finnisch statt auf Englisch zu veröffentlichen. Dabei gehen sie auf Besonderheiten der finnischen Sprache ein, die z. B. durch die genderneutrale Grammatik queere Phantastik erleichtere, während Übersetzungen oft Probleme mit sich brächten. Ansonsten bestehe „a burden of realism“ in Finnland und Fantasy werde vor allem als Kinder- und Jugendliteratur angesehen – man kennt es. Trends kämen verspätet an, doch auch hier sei nun die Romantasy angekommen, die mehr Autorinnen ermögliche, vom Schreiben zu leben. Die Anwesenden sehen aktuell einen Boom in Sachen finnischer Fantasy.

(3)   Unendliche Abend-Möglichkeiten

Gerne hätte ich mir nach Italien, Luxemburg und Finnland auch noch die Einführung in schottische Science Fiction angeschaut. Aber der Raum ist so brechend voll, dass ich mich lieber der Kuppelhalle zuwende, wo sich Francesca Kühlers, Lucie Lukačovičová, Jane Mondrup und Joro Penchev über „Terror and wonder – Michael Ende’s Neverending Story“ austauschen. Zu hören, welchen Einfluss das Buch auf Leute aus ganz unterschiedlichen Ländern genommen hat, ist berührend. Kühlers erklärt gar, es sei das erste Buch gelesen, mit dem sie Bilder vor ihrem inneren Auge gesehen hätte. Lukačovičová hat den Roman in vier Sprachen gelesen.

Mir hat das Buch meine ältere Schwester vorgelesen, als ich klein war, aber ich habe nur sehr vage Erinnerungen daran. Das Panel hat meine Lust geweckt, es mal selbst zu lesen. Und ich bin geneigt, der Person zuzustimmen, die im Remake-Panel geschrieben hatte, „Die unendliche Geschichte“ solle lieber keine Überarbeitung bekommen.

Inzwischen regnet es und eine gewisse Katerstimmung stellt sich ein. Ich gehe noch mal in die Katakomben, schaue nach, ob die Aktion Bücherrettung etwas von Elizabeth A. Lynn hat und werde mit „Das Wort heißt Vollkommenheit“ tatsächlich fündig. Nehme noch einen wilden Cover-Kauf („Traumschlange“ von Vonda N. McIntyre) und ein Buch mit, bei dem ich nicht ganz weiß, was mich dazu treibt („Ein Magier im Monsterland“ von Craig Shaw Gardner). Vielleicht will ich die Sache mit dem Zeitgeist-abhängigen Humor herausfordern … Wie auch immer. Mit drei nicht ganz so frischen Büchern im Gepäck pflanze ich mich in den Säulengang vor der Kuppelhalle. Später kommen Hannah, Laura Dümpelfeld und Pizzabrötchen hinzu, und während drinnen der Kurd-Laßwitz-Preis vergeben wird, schauen wir mampfend den Leuten zu, die vorbeihasten.

In den Abendstunden tausche ich mich ein wenig mit Swantje Niemann aus, ehe ich mich um 20 Uhr so gar nicht entscheiden kann, welchen Programmpunkt ich besuchen soll. Schaue daher kurz beim Jubiläums-Leseabend von TOR vorbei, dann bei der Bid-Party von Brisbane2028 und Edmonton2030. Schließlich gehe ich doch wieder zum Get-togehter von PAN und lasse den Abend und meinen MetropolCon-Besuch mit dem Konzert der Gamma Rats ausklingen.

Das Sonntagsprogramm klingt vielversprechend, aber mein Zug geht morgens früh zurück.

Foto der Gamma Rats. Sängerin und Drummer vor Cyberpunk-Ambiente, davor vage zu erkennen besetzte Stühle
Zum Abend Gamma Rats mit Cyberpunk-Vibes

Also?

Tja, hier sind wir nun, eine Woche später. Was soll ich sagen, ich hatte erneut eine gute Zeit! Rückblickend fällt mir auf, dass ich in keinem der „Star-Panels“ war, obwohl mich z. B. Becky Chambers sehr interessiert hätte. Aber irgendwie hat mich dann doch jedes Mal die Sicht finnischer Schreibender auf Mikrogenres aus Lappland noch mehr interessiert.

So oder so: Ich weiß nicht, wie die Pläne der MetropolCon für die Zukunft aussehen, finde aber, dass sie eine Lücke zwischen klassischen Cons auf der einen und Tagungen auf der anderen Seite füllt.

2023 hatte ich einige Verbesserungsvorschläge gemacht und ich stelle fest, dass zwei sogar umgesetzt wurden: Es fand ein Speeddating statt und ein paar Programmpunkte sind digital verfügbar! Cool.

Meinen Wunsch nach ein paar Steckdosen habe ich schon vor Ort angebracht. Ansonsten bleibt mir für den Moment nur zu sagen – hoffe, man sieht sich beim nächsten Mal wieder!


[1] Leider habe ich vergessen, die Blätter abzufotografieren, weshalb hier nicht alle genannten Titel auftauchen. War das Tanith-Lee-Buch, das genannt wurde, „Don’t Bite The Sun“?

[2] Die Kritik an der Hoffnungsbezogenheit des „global-north-solarpunk“, die ich als Wink in Richtung Hopepunk sehe, ähnelt meiner Kritik an der Utopie-Bezogenheit vieler Solarpunk-Standpunkte, gerade auch aus Deutschland. Andererseits gebe ich zu bedenken, dass sich die Haltung auch in „global south“-Veröffentlichungen findet, etwa in der „Planet Democracy“-Ausgabe der Mithila Review – die andererseits wieder von „global north“-Autor*innen dominiert wird.

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